Ausstellung "Bonjour Russland" mit 120 Kunstwerken muss nach Russland zurück
Der Standard berichtet auf seinen Interneseiten, dass die derzeit in Düsseldorf gezeigte Ausstellung nicht nach Großbritannien, London, weiterziehen darf. Das Verbot wurde durch die russischen Behörden erteilt, das Großbritannien nicht die nötigen Garantien für eine sichere Rückkehr liefern könne. Russland befürchtet, dass die Gemälde ohne diese Garantien Erben Besitzansprüche, die noch aus vorrevolutionerer Zeit stammen, geltend machen und die Kunstwerke konfiszieren.
Prozess um Tiepolo im Landesmuseum Hannover: gutgläubiger (Besitz-) Erwerb?
Geschrieben von Weller
Wednesday, 1. September 2010
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet am 31.08.2010 über die alsbald bevorstehende Berufungsentscheidung des OLG Celle über den Erwerb eines Tiepolo-Gemäldes durch das Landesmuseum Hannover. Die Kläger werden in der Berufung, so der Bericht, von IFKUR-Beirat RA Prof. Dr. Peter Raue vertreten:
"Das Oberlandesgericht Celle wird sich am Mittwoch mit einem Fall beschäftigen, bei dem der Verdacht der Verletzung der „Sorgfaltspflicht“ durch das Niedersächsische Landesmuseum Hannover im Raum steht. Es geht um ein wertvolles Gemälde des venezianischen Rokokomeisters Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770). Das 48 mal 29 Zentimeter große Werk mit dem Titel „Die Wunderheilung des zornigen Sohnes“ wurde 1985 unter, gelinde gesagt, abenteuerlichen Umständen vom damaligen Oberkustos der Landesgalerie, Meinolf Trudzinski, in Paris für das Land Niedersachsen gekauft".
Berlin: Brennpunkte des internationalen Kulturgüterschutzes, Jahrestagung der DMJV
Geschrieben von Weller
Saturday, 28. August 2010
Der Jahreskongress 2010 der DMJV findet in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Amerikanischen Institut am 14. September 2010 in Berlin statt. Inhaltlich steht der Kongress im Zeichen zweier Ereignisse, deren 200-jähriges bzw. 100-jähriges Jubiläum in diesem Jahr gefeiert wird und die Mexiko nachhaltig geprägt haben: des Beginns der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1810 und der Mexikanischen Revolution des Jahres 1910. Sie werden im Rahmen historischer und politologischer Referate von den bekannten Experten Prof. Dr. Walther L. Bernecker (Universität Erlangen) und Prof. Dr. Nikolaus Werz (Universität Rostock) unter besonderer Berücksichtigung aktueller Gesichtspunkte gewürdigt werden.
Die gegenwärtig in Berlin gezeigte Ausstellung zur geheimnisvollen Pyramidenstadt Teotihuacán bietet den Anlass, sich mit Brennpunkten des internationalen Schutzes von Kulturgütern zu befassen. Diese Thematik wird von dem auf diesem Gebiet als Anwalt tätigen Vorstandsmitglied der DMJV Roberto A. Kugler sowie von Dr. Matthias Weller (Universtität Heidelberg) erörtert. >> Tagungsprogramm (PDF 38 KB) >> Einladung zur Mitgliederversammlung (PDF 42 KB) >> Rundschreiben 02/2010 vom 22.07.2010 (PDF 19 KB)
Letzte Aktualisierung ( Saturday, 28. August 2010 )
Symposium "Kunst handeln - Kunst Sammeln" in Wien: Call for Papers
Geschrieben von Weller
Saturday, 28. August 2010
Symposium „Kunst sammeln – Kunst handeln“: Call for papers
Veranstalter: Kommission für Provenienzforschung, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien, Österreich
Datum: 23. bis 25. März 2011
Ort: Wien
Deadline: 1. Oktober 2010
Seit 1998 untersuchen die Mitglieder der Kommission für Provenienzforschung des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur in Wien die Provenienzen der in den Bundesmuseen und Sammlungen befindlichen Objekte gemäß den Kriterien des österreichischenKunstrückgabegesetzes von 1998.
Als besonderes Desiderat erwies sich in diesem Zusammenhang die Erforschung der Rolle des mitteleuropäischen Kunsthandels. Es kann inzwischen als Tatsache gelten, dass der Kunsthandel tief in den nationalsozialistischen Kunst- und Kulturgutraub verstrickt gewesen ist – der wiederum als Teil der nationalsozialistischen Verfolgungs-, Vertreibungs- und schließlich Vernichtungspolitik betrachtet werden muss.
Kunst- und Antiquitätenhandlungen sowie Antiquariate in jüdischem Eigentum wurden arisiert, entzogen oder zwangsweise aufgelöst, Warenbestände veräußert und Sammlungen zerschlagen. Verfolgte Jüdinnen und Juden sahen sich gezwungen, privaten Kunstbesitz und Bibliotheken weit unter dem tatsächlichen Wert an HändlerInnen regelrecht zu verschleudern, um ihre Flucht oder diskriminierende Steuern bezahlen zu können. Der Kunsthandel zählte zu den großen Profiteuren dieser gewaltsamen rassistischen Umverteilungsmaßnahmen. Ziel der geplanten Tagung ist es, die Schlüsselrolle des Kunsthandels in diesem Prozess zu beleuchten und den Voraussetzungen bzw. denFolgen dieser Entwicklungen bis zur Gegenwart nachzuspüren.Aus diesem Grund veranstaltet die Kommission für Provenienzforschung ein internationalesSymposium, das von 23. bis 25. März 2011 in Wien stattfinden wird. Internationalen WissenschaftlerInnen soll die Möglichkeit geboten werden, aktuelle Forschungsarbeiten und neueForschungsansätze zu den Themenbereichen „Kunst sammeln“ und „Kunst handeln“ zu präsentieren nd im Rahmen eines wissenschaftlichen Austausches zu diskutieren.Zentrale Themenfelder sind:
1. Der europäische Kunsthandel und Kunstsammlungen in den 1920er und -30er Jahren
- Entstehung von Sammlungen / Prozesse des Kunstsammelns - Netzwerke und Akteure: KünstlerInnen – SammlerInnen – KunsthändlerInnen –Antiquariate – Museen
2. Transformation des europäischen Kunsthandels und der Kunstsammlungen in den1930er und -40er Jahren
- Enteignung, Arisierung, Eigentumsveränderungen
- Die Rolle des Kunsthandels im Kontext der nationalsozialistischen Kunstpolitik unddes nationalsozialistischen Vermögensentzugs: Opfer, AkteurInnen, ProfiteurInneno Veränderung von Netzwerken
- Die Rolle der Reichskulturkammer, der Vermögensverkehrsstelle, derDenkmalbehörden, des Dorotheums, etc.o Die Rolle des europäischen Kunsthandels für die NS-Sammlungspolitik(„Sonderauftrag Linz“, „Sammelwahn“ der NS-Elite, Braunes Haus, Obersalzberg etc.)
- Spannungsfeld „Altreich“ – „Ostmark“: Sonderentwicklungen, Ausfuhrverbotsgesetz,der Umgang mit „entarteter Kunst“, Machtkampf zwischen österreichischen unddeutschen Kunsthändlern am österreichischen Kunstmarkt ab März 1938
- Situation des Kunsthandels und der Kunstsammlungen in den vom Deutschen Reichbesetzten Ländern und den Satellitenstaateno Ökonomie und Ästhetik- Devisenbeschaffung, Veräußerung von beschlagnahmten Werken durch die NSFührung zum Zweck der Devisenbeschaffung, Kontinuität der Kontakte exilierter undvertriebener KunsthändlerInnen
- Veränderung des europäischen Kunstmarktes durch die Verbringung vonSammlungen ins Ausland; Flucht und Exil von KunstsammlerInnen undKunsthändlerInnen
3. Kunsthandel und Kunstsammlungen nach 1945
- Kontinuitäten und Brüche - Netzwerke - Rückstellungen und Entschädigung
Einreichung: Papers sollen als vollständiges Panel eingebracht werden, können aber auch Einzeleinreichungensein. Bei Paneleinreichungen soll auf eine geschlechterparitätische Zusammensetzung geachtet werden.Zusammensetzung der Panels:- Jedes Panel besteht aus 3 Vortragenden.- Die ModeratorInnen/Chairs sollten von den EinreicherInnen vorgeschlagen werden; wenn nicht, werden diese von den VeranstalterInnen benannt. Struktur der Panels: - Vorträge: jeweils 25 Minuten, Kommentar: 10 Minuten, Schlussdiskussion: 25 Minuten. Konferenzsprachen werden Deutsch und Englisch sein, wobei es keine Übersetzung geben wird. Einreichungen müssen bis spätestens 1. Oktober 2010 erfolgen Einzureichen ist pro Vortrag ein Abstract im Umfang von 800 Wörtern. Bei Paneleinreichungen muss eine Kurzbeschreibung des Panel-Themas im Umfang von 400 Wörtern hinzugefügt werden sowie Kurz-CVs pro ReferentIn (maximal 300 Wörter). Eine Publikation der Vorträge ist im Rahmen der Schriftenreihe der Kommission für Provenienzforschung vorgesehen.Kontakt und Übersendung der Unterlagen an: Mag.a Anita STELZL-GALLIAN Kommission für Provenienzforschung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur c/o Bundesdenkmalamt A-1010 Wien, Hofburg, Säulenstiege Tel.: +43-1 53 4 15-165 Fax: +43-1 53 4 15-5270 e-mail:
Letzte Aktualisierung ( Saturday, 28. August 2010 )
"Wally" im Leopold Museum
Geschrieben von Kemle
Tuesday, 24. August 2010
Egon Schieles gemaltes Porträt von Wally Neuzil ist heute von der Witwe des Sammlers Rudolf Leopold, Elisabeth, im Leopold Museum der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Quelle und vollständiger Artikel: derstandard.at, Link:http://derstandard.at/1282273385980/Newalds-Photoblog-Wally-im-Leopold-Museum
Vize-Kulturminister nach Kunstraub in Kairo festgenommen
Geschrieben von Kemle
Tuesday, 24. August 2010
Zwei Tage nach dem Diebstahl eines Van-Gogh-Gemäldes aus einem Kairoer Museum hat die Staatsanwaltschaft den stellvertretenden Kulturminister festnehmen lassen. Mohsen Schalaan und vier Wachleuten werde Nachlässigkeit und Pflichtverletzung vorgeworfen, berichtete die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA am Montag.
Axel Beyer berichtet in seinem Artikel " Kunstschäden" über Gedanken, die ihm im Laufe der Jahre in Betreff auf Kunstversicherungen kamen.
So berichtet er u.a. über eigenwillige Kunstransporte im Regen, Hängung von Bildern in Garagen und verbogenen Löffeln.
Ein wunderbarer Beitrag von Herrn Beyer, vielleicht und gerade auchim Vorfeld unseres 4. Kunstrechtstags zu dem Thema Kunst auf Reisen und Versicherungen.
Der Artikel wurde im Sammler Journal Mai 2010 auf S. 20/21 veröffentlicht.
Der neue Präsident des Wolfson College, Cambridge, UK, und Historiker Professor Richard Evans hat seine Antrittsrede zum Thema 'Looted art and its restitution: moral and cultural dilemmas for the twenty-first century' gehalten, welche unter http://www.wolfson.cam.ac.uk/lee-lecture/ abgerufen werden kann.
Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 4. August 2010 )
Video-Kolumne von Joachim Kaiser: "Darf man Opern verfremden?"
Geschrieben von Weller
Wednesday, 4. August 2010
Passend zum theaterrechtlichen Themenschwerpunkt des kommenden IV. Heidelberger Kunstrechtstags am 01. Oktober 2010 erscheint eine Videokolumne von Joachim Kaiser zu den Grenzen des Regietheaters für die Operninszenierung in der Süddeutschen Zeitung:
"Teilerfolg im Raubkunststreit": Die WELT über Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum
Geschrieben von Weller
Friday, 30. July 2010
Stefan Koldehoff in der WELT v. 29.07.2010 schreibt:
"Seit Mitte der Siebzigerjahre lagen die Unterlagen schon im Archiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg: Lagerbücher und Kundenkarteien, Korrespondenzordner und ein Fotoarchiv, die ein Stück deutscher Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte der Galerie Heinemann, die in Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus zu den erfolgreichsten Kunsthandlungen in Deutschland zählte - vor allem mit jenen konservativen Genrebildern des 19. Jahrhunderts, die sich bürgerliche Sammler gern übers Biedermeiersofa hingen. Zu den Kunden der Galerie Heinemann zählten viele Juden. Deren Sammlungen wurden nach 1933 beschlagnahmt, enteignet, gestohlen und blieben bisher verschwunden. Wenn also heute das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum ankündigt, dass ab sofort alle Geschäftsunterlagen der Galerie Heinemann für jeden kostenlos im Internet einzusehen sind, ist das tatsächlich ein großer Tag: Sammlererben können künftig problemlos nach ihrem verschollenen Eigentum suchen und Museen die Bilder aus ihren Beständen auf Unbedenklichkeit überprüfen. ..."
"Der Fluch der bösen Tat" - die ZEIT über die Stiftung Leopold und "Wally"
Geschrieben von Weller
Friday, 30. July 2010
Alfred Noll schreibt in Zeit-Online v. 29.07.2010:
"Nach dem Tod des Patriarchen Rudolf Leopold kam überraschend schnell Bewegung in den seit zwölf Jahren schwelenden Konflikt um die einst in der NS-Zeit geraubten Gemälde von Egon Schiele, die einen Weg in die Sammlung Leopold gefunden hatten. Zu Beginn der Woche kam das bis dahin in New York beschlagnahmte Gemälde Bildnis Wally wieder frei – die Stiftung Leopold verpflichtete sich in einem Vergleich dazu, die Erben der ursprünglichen Besitzerin mit 14,8 Millionen Euro abzufinden.
Diethard Leopold, der Sohn des Sammlers, schlug nun im Fall des zweiten umstrittenen Schiele-Bildes Häuser am Meer eine ähnliche Lösung vor: Das einst geraubte Gemälde soll an die Erben nach Jenny Steiner unter der Bedingung zurückgegeben werden, dass es anschließend versteigert und der Versteigerungserlös zwischen dem Leopold Museum und den Erben geteilt wird. Dieser Vorschlag stieß sofort auf heftigen Widerspruch der Israelitischen Kultusgemeinde. Er sei »geschmacklos«, behauptete deren Präsident. Ist dem tatsächlich so? ..."
Klage gegen Ungarn vor US-amerikanischen Gerichten
Geschrieben von Weller
Thursday, 29. July 2010
Der Spiegel v. 29.07.2010 berichtet: "Die Erben des jüdischen Kunstsammlers Baron Mór Lipót Herzog verlangen von Ungarn die Herausgabe von zur NS-Zeit geraubten Kunstwerken - seit Jahren ohne Erfolg. Jetzt haben sie in den USA Klage eingereicht.
Gerichtlich wollen die Erben des ungarischen Bankiers und renommierten jüdischen Kunstsammlers Baron Mór Lipót Herzog die Rückgabe von mehr als 40 geraubten Kunstwerken erzwingen, die derzeit in den Händen ungarischer Museen sind. Nach einem Bericht der "New York Times" reichten die Erben am Dienstag vor einem Bezirksgericht in Washington Klage gegen die Regierung in Budapest sowie mehrere staatliche ungarische Museen ein.
Die Kläger und ihre Anwälte fordern zugleich von der ungarischen Regierung eine Auflistung aller Kunstwerke aus der Sammlung der Herzog-Familie in ihrem Besitz. Baron Herzog besaß eine fast 2500 Kunstwerke umfassende Sammlung, die während des Zweiten Weltkriegs zu einem Großteil von den Nationalsozialisten konfisziert wurde. Viele der Werke hängen bis heute in den ungarischen Museen, ein Teil davon landete dort erst nach ihrer Rückgabe an Ungarn. Ihr Wert wird laut "New York Times" auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt".
"Die Stiftung Leopold und die Erben nach Lea Bondi-Jaray haben sich doch noch außergerichtlich geeinigt: Die Stiftung zahlt 19 Millionen Dollar, das Bildnis Wally von Egon Schiele wird nach Wien zurückkehren. Dies erfuhr der STANDARD Dienstag Abend von den Anwälten der beteiligten Parteien.
Das Porträt war im Jänner 1998 in New York sichergestellt worden, weil es im Geruch stand, NS-Raubkunst zu sein. Es hatte einst der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray gehört. Am 26. Juli sollte in New York der Hauptprozess um das Bildnis beginnen".
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, 7. Senat, Urt. v. 13.04.2010 - Kulturgüterrückgabe
Geschrieben von Weller
Tuesday, 20. July 2010
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, 7. Senat, Beschl. v. 13.04.2010 - 7 CE 10.258 (Guatemala)
(vgl. ferner
- BayVGH, Beschl. v. 16.04.2010 - 7 CE 10.354 (Kolumbien)
- VG München, 17. Kammer, Beschl. v. 16.04.2010 - M 17 E 09.4958 (Mexiko)
- VG München 17. Kammer, Beschl. v. 25.01.2010 - M 17 E 09.5962 - Kolumbien)
Tenor
I. Die Beschwerde wird zurückgewiesen. II. Die Antragstellerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten des Beigeladenen. III. Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 2.500 Euro festgesetzt.
Erste Entscheidungen zum Kulturgüterrückgabegesetz (UNESCO)
Geschrieben von Weller
Tuesday, 20. July 2010
Im Zusammenhang mit Maya-Kunstwerken des dubiosen Sammlers Leonardo Patterson ist es zu den ersten verwaltungsgerichtlichen Verfahren nach dem Kulturgüterrückgabegesetz in Umsetzung der UNESCO 1970-Konvention gekommen. IFKUR-Mitglied RA Robert Kugler vertritt Mexiko. Quelle: Sebastian Schoepp, Süddeutsche Zeitung Nr. 155 v. 09.07.2010, S. 44:
"Seit mehr als zwei Jahren lagern sie an einem Ort, den das Landeskriminalamtgeheim hält: Steinfiguren, Goldmasken, kulpturen, Reliefs, kostbarer Schmuck,Kultgegenstände und Keramikschalen von Mayas, Azteken, Olmeken und anderenpräkolumbischen Kulturen, manche 500 Jahre alt. Fahnder hatten denSchatz 2008 dem umstrittenen Kunsthändler Leonardo Patterson abgenommen.Ein Dutzend lateinamerikanischer Länder kämpft seitdem vor Gericht um die Herausgabe der Stücke – bislang erfolglos.Nun jedoch haben mexikanische Sachverständige den Schatz unter die Lupegenommen und festgestellt, dass es sich großteils um Fälschungen handelt.Demnach wäre er nur einen Bruchteil der bislang geschätzten hundertfünfzig MillionenDollar wert. Das ist vor allem ein Schlag für Patterson selbst. ... Seit 2008 gibt es in Deutschland das Kulturgüter-Rückgabegesetz, das denHandel mit Raubkunst erschweren soll. Länder, die Anspruch auf ein Kunstwerkerheben, müssen jedoch eine genaue Registrierung vorweisen. Doch das sei oft kaum möglich, sagt der in der Materie spezialisierte Anwalt Robert Kugler. Die Länder würden von der Existenz eines geraubten Stücks ja erst erfahren, wenn es auf dem Markt auftauche.Im Fall der 'Sammlung Patterson' kursierten bislang nur Fotos, die oft nicht mal Rückschlüsse auf die Größeder Objekte zuließen. Auf dieser Grundlagemüssten die Länder dann die Registrierung vornehmen, die zwangsläufig ungenau sei. Das aber werde ihnen dann vom Gericht zum Vorwurf gemacht. Arme Länder seien oft auch mit der von deutschen Gerichten geforderten Perfektion überfordert. Die Schweiz, Spanien oder die USA handelten da unbürokratischer ...".
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat eine lesenswerte Analyse der Kulturpolitik der EU nach Lissabon vorgelegt. Die Zusammenfassung lautet:
"Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben lange gebraucht, sich auf eine gemeinsame Kulturförderung zu einigen. Die Römischen Verträge hatten vor allem die wirtschaftliche Integration der Mitgliedstaaten zum Ziel. Mit dem wirtschaftlichen Zusammenwachsen sollte auch diepolitische Integration vorangebracht werden (Präambel des EWG-Vertrages). Eine ausdrücklicheKulturkompetenz der Europäischen Gemeinschaft war im Vertrag zur Gründung der EuropäischenWirtschaftsgemeinschaft nicht enthalten. Erst 1992 wurde auf dem Europäischen Gipfel in Maastricht ein Artikel eigens für die Unterstützung kultureller Aktivitäten in den Gemeinschaftsvertrageingefügt. Die Ziele sind, die Vielfalt der Kulturen in Europa zu erhalten,Verständnis für das gemeinsame kulturelle Erbe zu wecken und die kulturelle Zusammenarbeit nnerhalb der Union und mit Drittländern zu fördern. Mit dem Vertrag von Lissabon, der am 1.Dezember 2009 in Kraft getreten ist, hat sich der kulturpolitische Gestaltungsrahmen nicht grundsätzlich geändert. Im Vertragswerk wird der subsidiäre Charakter der Kulturpolitikbekräftigt. Gleichzeitig wird die bereits bestehende Kompetenz der Gemeinschaft zur Förderung der Kultur fortgeschrieben. Obwohl der Kulturartikel der Europäischen Union nur einenergänzenden Beitrag zur Kulturförderung einräumt, haben sich in den letzten Jahren die ulturpolitischen Aktivitäten auf europäischer Ebene zunehmend erweitert und vertieft. Geradein jüngerer Zeit zeigt sich der zunehmend eigenständige Charakter der europäischen Initiativen m kulturellen Bereich. Dies verdeutlicht insbesondere die im Jahr 2007 vorgelegte Europäische Agenda für Kultur, die mit der offenen Koordinierungsmethode einen neuen Modus der wischenstaatlichen Kooperation für dieses Politikfeld vorsieht. In der Kulturagenda sind diezentralen strategischen Ziele der EU-Kulturpolitik enthalten. Dazu gehören die Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs, die Betonung der Kultur als Katalysator derKreativität sowie die Berücksichtigung der Kultur als ein wesentliches Element der nternationalen Beziehungen der Union. Der Arbeitsplan des Rates im Bereich der Kulturkonkretisiert und operationalisiert diese Ziele. Der Arbeitsplan legt die Initiativen fest, die im Zeitraum 2008-2010 auf nationaler Ebene und auf Gemeinschaftsebene im Kulturbereichdurchgeführt werden sollen. Er befasst sich vor allem mit der Mobilität der Künstler, dem Zugang zur Kultur, der Entwicklung von Statistiken im Kultursektor, der Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft und der Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens über kulturelle Ausdrucksformen".
Berlin: Brennpunkte des internationalen Kulturgüterschutzes September 23, 2010 (14:00 - 1800) (General) Der Jahreskongress 2010 der DMJV findet in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Amerikanischen Institut am 14. September 2010 in Berlin statt. Inhaltlich steht der Kongress im Zeichen zweier Ereignisse, deren 200-jähriges bzw. 100-jähriges Jubiläum in diesem J...
IV. Heidelberger Kunstrechtstag Oktober 1 (08:00) - Oktober 02 (2359), 2010 (General) Der IV. Heidelberger Kunstrechtstag findet am 01. und 02. Oktober 2010 statt. Weitere Informationen hierzu in Kürze.
Luzern: International Trade in Indigenous Cultural Heritage: Legal & Policy Issues Januar 17 (08:00) - Januar 18 (2359), 2011 (General) The Exploratory Workshop on International Trade in Indigenous Cultural Heritage (IT ICH) will be held in Lucerne, Switzerland, on January 17-19, 2011. It will provide the forum for Indigenous and Non-Indigenous experts from relevant legal fields includ...
Wien: Symposium "Kunst handeln - Kunst Sammeln" März 23 (08:00) - März 25 (2359), 2011 (General) Symposium „Kunst sammeln – Kunst handeln“: Call for papers
Veranstalter: Kommission für Provenienzforschung, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien, Österreich
Datum: 23. bis 25. März 2011
Ort: Wien
Deadline: 1. Oktober 201...